Inhalt (7 Abschnitte)
- Pflegeversicherung als Berufssoldat im Dienst
- Was die Pflegeversicherung Berufssoldaten kostet
- Sozial oder privat: was für Berufssoldaten spricht
- Vom Zeit- zum Berufssoldaten: was sich ändert
- Pflegeversicherung im Ruhestand: warum die Hälfte bleibt
- Die Familie von Berufssoldaten in der Pflegeversicherung
- So planst du den Ruhestand rechtzeitig
- Berufssoldaten werden im Dienst truppenärztlich versorgt und müssen pflegeversichert sein – in der Regel privat (§ 23 Abs. 4 SGB XI), bei freiwilliger Kassenmitgliedschaft sozial (§ 20 Abs. 3 SGB XI).
- Weil der Bund im Pflegefall Leistungen in derselben Höhe gewährt (§ 69a Abs. 6 BBesG), sichert die Pflegeversicherung nur die Hälfte ab; sozial gilt der halbe Beitragssatz von 1,8 %, kinderlos ab 23 2,4 % (2026).
- Im Ruhestand erhalten Berufssoldaten als Versorgungsempfänger Beihilfe: 70 % bei Krankheit, für Pflegeaufwendungen 50 %, weil die Pflegeversicherung weiterhin die Hälfte leistet (§ 28 Abs. 2 SGB XI, § 46 Abs. 2 und 4 BBhV).
- Der Pflegetarif bleibt deshalb auch im Ruhestand bei der Hälfte; neu hinzu kommt der Restkostentarif für 30 % der Krankheitskosten.
- Über die Öffnungsaktion können Berufssoldaten ohne vorheriges Zeitsoldatenverhältnis innerhalb von sechs Monaten ab Beginn der truppenärztlichen Versorgung eine Anwartschaft abschließen (PKV-Verband, Januar 2026).
Die Pflegeversicherung ist für Berufssoldaten Pflicht und deckt die Hälfte ab: Im Dienst trägt der Bund die andere Hälfte der Pflegeleistungen (§ 69a Abs. 6 BBesG), versichert wird meist privat (§ 23 Abs. 4 SGB XI), bei freiwilliger Kassenmitgliedschaft sozial mit 1,8 % bzw. kinderlos ab 23 mit 2,4 % (2026). Im Ruhestand übernimmt die Beihilfe 50 % der Pflegeaufwendungen (§ 46 Abs. 4 BBhV) – der Pflegetarif bleibt bei der Hälfte, für die Krankheitskosten kommt ein Restkostentarif für 30 % hinzu (Stand Oktober 2026).
Pflegeversicherung als Berufssoldat im Dienst
Am 31.08.2026 dienten 61.627 Berufssoldatinnen und Berufssoldaten in der Bundeswehr (Personalzahlen der Bundeswehr). Solange du Besoldung beziehst, erhältst du die unentgeltliche truppenärztliche Versorgung (§ 69a Abs. 1 BBesG) und bist in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungsfrei (§ 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V). Bei Pflegebedürftigkeit leistet der Bund ergänzend zur Pflegeversicherung Leistungen in derselben Höhe (§ 69a Abs. 6 BBesG).
Anders als bei Zeitsoldaten nennt § 21 Nr. 6 SGB XI Berufssoldaten nicht. Für sie greift deshalb in der Regel § 23 Abs. 4 Nr. 1 SGB XI: Heilfürsorgeberechtigte, die nicht in der sozialen Pflegeversicherung versicherungspflichtig sind, müssen eine private Pflegepflichtversicherung abschließen – als anteilige Versicherung für die Hälfte der Leistungen. Bist du freiwillig Mitglied einer Krankenkasse geblieben, bist du dagegen in der sozialen Pflegeversicherung versicherungspflichtig (§ 20 Abs. 3 SGB XI). Eine Befreiung zugunsten einer privaten Pflegeversicherung kannst du dann nur innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht bei der Pflegekasse beantragen (§ 22 Abs. 2 SGB XI).
Kurz gesagtDienst: truppenärztliche Versorgung plus Pflegeversicherung für die Hälfte. Ruhestand: Beihilfe 70 % plus Restkostentarif bei Krankheit, Beihilfe 50 % plus Pflegeversicherung für die andere Hälfte bei Pflege.
Was die Pflegeversicherung Berufssoldaten kostet
Privat richtet sich der Beitrag nach Eintrittsalter und Tarif, nicht nach deiner Besoldung. Für junge Eintrittsalter von 18 bis 27 Jahren nennen veröffentlichte Beispiele rund 31 bis 39 € im Monat (DBV „ab 33 €“, Allianz 35,27 € mit 19 und 38,40 € mit 27 Jahren). Für spätere Eintrittsalter gibt es keine belastbaren veröffentlichten Werte – dort holt ein Partner-Experte konkrete Angebote ein. Sozial zahlst du einen Prozentsatz aller Einnahmen bis zur Beitragsbemessungsgrenze; mit wachsender Besoldung steigt der Beitrag mit.
| Bruttobezüge | mit 1 Kind (1,8 %) | kinderlos ab 23 (2,4 %) | 2 Kinder (1,55 %) |
|---|---|---|---|
| 3.500 € | 63,00 € | 84,00 € | 54,25 € |
| 4.200 € | 75,60 € | 100,80 € | 65,10 € |
| 5.000 € | 90,00 € | 120,00 € | 77,50 € |
| 5.812,50 € und mehr | 104,63 € | 139,50 € | 90,09 € |
Laut Pflegereform-Entwurf (Kabinett 30.09.2026) steigt der Kinderlosenzuschlag 2027 auf 0,9 Punkte; zugleich steigt die Beitragsbemessungsgrenze laut Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026 auf 6.375 € – beides ist noch nicht beschlossen. Bedenke dabei: Eine freiwillige Kassenmitgliedschaft kostet zusätzlich einen eigenen Krankenversicherungsbeitrag, obwohl du truppenärztlich versorgt wirst – die Höhe nennt dir die Kasse. Die Werte für jede Bezügestufe findest du in der Tabelle Pflegeversicherung Beitragssatz für Soldaten.
Sozial oder privat: was für Berufssoldaten spricht
Für Berufssoldaten fällt die Abwägung meist eindeutiger aus als für kurz dienende Zeitsoldaten, denn der Zeithorizont ist lang und die Besoldung steigt über die Jahre. Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:
Sozial über freiwillige Kassenmitgliedschaft
- Beitrag als Prozentsatz aller Einnahmen – steigt mit jeder Beförderung bis zur Bemessungsgrenze.
- Kinderlosenzuschlag ab 23, laut Entwurf ab 2027 höher.
- Kinder familienversichert, Abschlag ab dem zweiten Kind.
- Zusätzlich Beitrag für die freiwillige Krankenversicherung.
Privat in der Pflegepflichtversicherung
- Beitrag nach Eintrittsalter, unabhängig von Besoldung und Zulagen.
- Kinder beitragsfrei mitversichert, kein Kinderlosenzuschlag.
- Alterungsrückstellungen; beim Versichererwechsel übertragbar (§ 204 Abs. 3 VVG).
- Passt nahtlos zur beihilfekonformen Absicherung im Ruhestand.
Wie sich beide Wege im Detail unterscheiden, zeigt der Ratgeber Pflegeversicherung für Soldaten.
Vom Zeit- zum Berufssoldaten: was sich ändert
Viele Berufssoldaten waren vorher Soldaten auf Zeit. Bei der Übernahme wechselt der Status – und damit die Rechtsgrundlage, auf der die Pflegepflicht beruht. Warst du als Zeitsoldat/in in der sozialen Pflegeversicherung nach § 21 Nr. 6 SGB XI, solltest du den Schutz rechtzeitig vor der Übernahme prüfen lassen, denn diese Vorschrift nennt nur Soldaten auf Zeit. Bist du schon privat pflegeversichert, läuft dein Vertrag in der Regel unverändert weiter.
- Anwartschaft aus der SaZ-Zeit: Hast du zu Dienstbeginn über die Öffnungsaktion eine Anwartschaft abgeschlossen, profitierst du jetzt doppelt – sie sichert deinen Gesundheitszustand für den Restkostentarif im Ruhestand.
- Keine neue Öffnungsaktion: Laut PKV-Verband gilt die Öffnungsaktion für Berufssoldaten nur, wenn kein Dienstverhältnis als Zeitsoldat vorangegangen ist. Für frühere Zeitsoldaten zählt der Beginn der truppenärztlichen Versorgung als SaZ.
- Ohne Anwartschaft: Dann prüft der Versicherer beim späteren Antrag deine Gesundheit. Eine anonyme Risikovoranfrage durch den Partner-Experten zeigt vorab, zu welchen Bedingungen du aufgenommen würdest.
Was die Anwartschaft bis zum Ruhestand kostet, rechnet der Anwartschafts-Rechner. Den Weg als Zeitsoldat/in beschreibt der Ratgeber Pflegeversicherung für SaZ.
Pflegeversicherung im Ruhestand: warum die Hälfte bleibt
Mit dem Eintritt in den Ruhestand endet die truppenärztliche Versorgung. Als Versorgungsempfänger/in erhältst du Beihilfe nach der Bundesbeihilfeverordnung (§ 31 Abs. 2 SG). Für die Pflege ändert sich dadurch weniger, als viele erwarten: Wer bei Pflege Anspruch auf Beihilfe hat, erhält die Leistungen der Pflegeversicherung weiterhin zur Hälfte (§ 28 Abs. 2 SGB XI). Für diese Aufwendungen beträgt der Beihilfe-Bemessungssatz 50 % (§ 46 Abs. 4 BBhV).
| Phase | Krankheit | Pflege | Dein Vertrag |
|---|---|---|---|
| Im Dienst | truppenärztliche Versorgung | Bund 50 %, Pflegeversicherung 50 % | Pflegeversicherung, auf Wunsch Anwartschaft |
| Im Ruhestand | Beihilfe 70 %, privat 30 % | Beihilfe 50 %, Pflegeversicherung 50 % | Pflegeversicherung bleibt; neu: Restkostentarif für 30 % |
| Partner/in mit Beihilfeanspruch | Beihilfe 70 %, privat 30 % | Beihilfe und anteilige Pflegeversicherung | beihilfekonformer Tarif (§ 23 Abs. 3 SGB XI) |
Für dich heißt das: Die Pflegeversicherung muss im Ruhestand nicht umgestellt werden, sie bleibt beihilfekonform bei der Hälfte. Entscheidend ist die Krankenversicherung – sie muss am ersten Ruhestandstag als Restkostentarif starten. Mit einer Anwartschaft geht das ohne neue Gesundheitsprüfung. Ändert sich dein Beihilfesatz später, passt der Versicherer den Krankheitskostentarif auf Antrag binnen sechs Monaten ohne Risikoprüfung an (§ 199 Abs. 2 VVG). Alles zur Beihilfe im Ruhestand erklärt der Ratgeber Beihilfe für Soldaten in Pension.
Die Familie von Berufssoldaten in der Pflegeversicherung
Deine Kinder sind in der privaten Pflegepflichtversicherung unter denselben Voraussetzungen wie in der sozialen Familienversicherung beitragsfrei mitversichert (§ 110 Abs. 3 Nr. 6 SGB XI). Ehe- und Lebenspartner mit Beihilfeanspruch – ihre Einkünfte dürfen 22.648 € (Anträge 2026) bzw. 23.608 € (ab 2027) nicht übersteigen – brauchen eine anteilige beihilfekonforme Pflegeversicherung (§ 23 Abs. 3 SGB XI), sofern sie nicht über eine eigene Beschäftigung sozial pflegeversichert sind. Für Krankheitskosten erhalten sie 70 % Beihilfe, Kinder 80 % (§ 46 Abs. 2 BBhV). Was das für deine Familie bedeutet, zeigt der Familien-Rechner.
So planst du den Ruhestand rechtzeitig
24 bis 12 Monate vorher
Unterlagen sichten: Pflegeversicherung, Anwartschaft, Familienstand. Beihilfefähigkeit des Partners prüfen.
12 bis 6 Monate vorher
Restkostentarif für 30 % auswählen – mit Anwartschaft ohne neue Prüfung, sonst mit anonymer Risikovoranfrage.
Erster Ruhestandstag
Restkostentarif startet nahtlos, die Pflegeversicherung läuft beihilfekonform weiter.
Danach
Bei Änderungen des Beihilfesatzes den Tarif binnen sechs Monaten anpassen lassen (§ 199 Abs. 2 VVG).
Wie die Pflegeversicherung für Beamte allgemein geregelt ist, erklärt der Ratgeber zur Pflegeversicherung für Beamte; wie PKV-Beiträge im Alter gedämpft werden, zeigt der Ratgeber zu PKV-Beiträgen von Pensionären. Den gesamten Weg als Berufssoldat/in beschreibt der Ratgeber Berufssoldat: Krankenversicherung; deine Fristen zeigt der kostenlose Soldaten-KV-Check.
Häufige Fragen
Welche Pflegeversicherung braucht ein Berufssoldat?
Eine Pflegeversicherung für die Hälfte der Leistungen, weil der Bund im Pflegefall die andere Hälfte trägt (§ 69a Abs. 6 BBesG). In der Regel ist das eine private Pflegepflichtversicherung (§ 23 Abs. 4 SGB XI); wer freiwillig Mitglied einer Krankenkasse ist, ist sozial pflegeversichert (§ 20 Abs. 3 SGB XI) und zahlt den halben Beitragssatz.
Was passiert mit der Pflegeversicherung, wenn ein Berufssoldat in Pension geht?
Als Versorgungsempfänger erhältst du Beihilfe. Bei Pflege leistet die Pflegeversicherung weiterhin die Hälfte (§ 28 Abs. 2 SGB XI), die Beihilfe beträgt für diese Aufwendungen 50 % (§ 46 Abs. 4 BBhV). Dein Pflegetarif bleibt also bei der Hälfte – neu brauchst du einen Restkostentarif für 30 % der Krankheitskosten.
Wie hoch ist die Beihilfe für Berufssoldaten im Ruhestand?
Für Krankheitskosten 70 % (§ 46 Abs. 2 Nr. 2 BBhV), die restlichen 30 % versicherst du privat. Für Pflegeaufwendungen beträgt der Bemessungssatz 50 %, weil die Pflegeversicherung die andere Hälfte trägt (§ 46 Abs. 4 BBhV).
Ändert sich meine Pflegeversicherung, wenn ich vom Zeit- zum Berufssoldaten werde?
Prüfen solltest du sie auf jeden Fall: Die soziale Pflegepflicht nach § 21 Nr. 6 SGB XI nennt nur Soldaten auf Zeit. Wer schon privat pflegeversichert ist, behält seinen Vertrag in der Regel einfach. Welche Variante nach der Übernahme für dich gilt, klärt ein spezialisierter Partner-Experte.
Können Berufssoldaten die Öffnungsaktion der PKV nutzen?
Ja, als Anwartschaft – laut PKV-Verband Berufssoldaten ohne vorheriges Dienstverhältnis als Zeitsoldat innerhalb von sechs Monaten ab Beginn der truppenärztlichen Versorgung. Mit der Versetzung in den Ruhestand ist eine Aufnahme über die Öffnungsaktion nicht mehr möglich.
Quellen
- § 23 SGB XI – Versicherungspflicht privat (Abs. 3 beihilfekonform, Abs. 4 Heilfürsorge) – abgerufen 18.10.2026
- § 20 SGB XI – Versicherungspflicht für Mitglieder der GKV (Abs. 3: freiwillige Mitglieder) – abgerufen 18.10.2026
- § 22 SGB XI – Befreiung von der Versicherungspflicht – abgerufen 18.10.2026
- § 28 SGB XI – Leistungsarten (Abs. 2: Leistungen zur Hälfte) – abgerufen 18.10.2026
- § 55 SGB XI – Beitragssatz – abgerufen 18.10.2026
- § 69a BBesG – Truppenärztliche Versorgung – abgerufen 18.10.2026
- § 31 SG – Fürsorge, Beihilfe – abgerufen 18.10.2026
- § 46 BBhV – Bemessung der Beihilfe – abgerufen 18.10.2026
- § 199 VVG – Beihilfeempfänger – abgerufen 18.10.2026
- PKV-Verband: Erleichterte Aufnahme in die PKV (Öffnungsaktion) – Stand Januar 2026
- Bundeswehr: Personalzahlen der Bundeswehr – Stichtag 31.08.2026
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Kranken- und Pflegeversicherung von Soldatinnen und Soldaten (truppenärztliche Versorgung, Pflegepflicht, Anwartschaft, Beihilfe, Dienstzeitende) (Stand: 18. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu dir passt, hängt von deiner persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Informationsportal – kein Angebot der Bundeswehr oder des BMVg; verbindlich entscheiden Pflegekasse, Krankenkasse, Beihilfestelle und die zuständigen Stellen der Bundeswehr. Herausgeber: Soldaten-PKV.de. Soldaten-PKV.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.