Inhalt (8 Abschnitte)
- Pflegepflichtversicherung bei der Bundeswehr: worum es geht
- Was im Merkblatt zum Dienstantritt steht
- Was du zum Dienstantritt mitbringst
- Was die Bundeswehr übernimmt – und was nicht
- Wie die Bundeswehr von deiner Pflegeversicherung erfährt
- Pflegepflichtversicherung bei der Bundeswehr nach Status
- Drei typische Situationen beim Dienstantritt
- Dein Vorteil: die Pflegepflicht mit der Anwartschaft verbinden
- Die Bundeswehr erwartet, dass du ab der Ernennung pflegeversichert bist; laut Merkblatt zum Dienstantritt soll der Abschluss möglichst vorher erledigt und der Nachweis unverzüglich vorgelegt werden.
- Zum Dienstantritt gehören laut Merkblatt die Versichertennummer und die Anschrift deiner bisherigen Krankenkasse sowie gegebenenfalls Nachweise zu einer bestehenden Pflegeversicherung.
- Der Bund übernimmt die truppenärztliche Versorgung und im Pflegefall die Hälfte der Leistungen (§ 69a BBesG) – den Beitrag zur Pflegeversicherung trägst du selbst (§ 59 Abs. 4 SGB XI).
- Sozial kostet die Pflegeversicherung 2026 1,8 % der Bezüge, kinderlos ab 23 2,4 %; privat laut veröffentlichten Beispielen rund 31 bis 39 € im Monat (Eintrittsalter 18 bis 27).
- Im freiwilligen Wehrdienst von 6 bis 11 Monaten läuft deine bisherige Kranken- und Pflegeversicherung weiter, die Beiträge trägt der Bund.
Die Pflegepflichtversicherung verlangt die Bundeswehr ab dem Tag der Ernennung: Laut ihrem Merkblatt zum Dienstantritt soll der Abschluss möglichst schon vorher erledigt und der Nachweis unverzüglich vorgelegt werden; eine Mitversicherung bei den Eltern ist ausgeschlossen. Der Bund übernimmt die truppenärztliche Versorgung und im Pflegefall die Hälfte der Leistungen (§ 69a BBesG) – den Beitrag zahlst du selbst, sozial 2026 1,8 % der Bezüge oder privat beispielhaft 31 bis 39 € im Monat (Stand Oktober 2026).
Pflegepflichtversicherung bei der Bundeswehr: worum es geht
Am 31.08.2026 dienten 186.356 Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr, darunter 113.378 Soldaten auf Zeit mit langer Verpflichtung und 61.627 Berufssoldaten (Personalzahlen der Bundeswehr). Sie alle sind im Dienst nicht klassisch krankenversichert, sondern werden truppenärztlich versorgt. Genau daraus ergibt sich die Pflegepflicht: Bei Pflegebedürftigkeit leistet der Bund nur ergänzend zur Pflegeversicherung, und zwar „in derselben Höhe“ (§ 69a Abs. 6 BBesG).
Die Pflegeversicherung trägt deshalb die eine Hälfte, der Bund die andere. Passend dazu erhalten Heilfürsorgeberechtigte die Leistungen der Pflegeversicherung zur Hälfte (§ 28 Abs. 2 SGB XI) – und zahlen in der sozialen Pflegeversicherung nur den halben Beitragssatz. Für dich heißt das: Die Bundeswehr verlangt einen Vertrag, aber einen, der für dich vergleichsweise günstig ist.
Was im Merkblatt zum Dienstantritt steht
Die Bundeswehr verschickt vor dem Dienstantritt Merkblätter mit einer Liste, was vorher zu erledigen ist. Im Merkblatt für Offizieranwärterinnen und Offizieranwärter der Crew 26 steht die Pflegeversicherung als eigener Punkt. Sinngemäß heißt es dort:
- Pflicht ab der Ernennung: Mit der Ernennung zum Soldaten auf Zeit bist du zum Abschluss einer privaten Pflegeversicherung verpflichtet.
- Vorher erledigen: Der Abschluss soll möglichst schon vor dem Dienstantritt erledigt werden.
- Nachweis: Ein Nachweis über den Abschluss ist „unverzüglich“ vorzulegen.
- Keine Mitversicherung bei den Eltern: Sie ist nicht zulässig, weil du über eigenes Einkommen verfügst.
Das Merkblatt nennt keinen bestimmten Versicherer und keine Frist in Tagen. Eine gesetzliche Drei-Monats-Frist für den Nachweis gibt es für Soldaten ebenfalls nicht – woher die oft genannten „drei Monate“ stammen, erklärt der Ratgeber Pflegepflichtversicherung für Soldaten: Pflicht und Nachweis.
Hinweis zur QuelleDie Merkblätter unterscheiden sich je nach Truppenteil und Laufbahn. Maßgeblich ist das Schreiben, das du mit deiner Aufforderung zum Dienstantritt erhältst. Soldaten-PKV.de ist ein Informationsportal – kein Angebot der Bundeswehr oder des BMVg.
Was du zum Dienstantritt mitbringst
Für die Kranken- und Pflegeversicherung nennt das Merkblatt in seiner Liste für den Dienstantritt zwei Punkte: die Versichertennummer deiner Krankenkasse mit der Anschrift der bisherigen Kasse und gegebenenfalls Nachweise zu einer bestehenden Pflegeversicherung. Daraus ergibt sich diese Mappe:
Pflegeversicherung
Versicherungsbestätigung der privaten Pflegepflichtversicherung oder Mitgliedsbestätigung der Pflegekasse – mit Beginn am Tag der Ernennung.
Bisherige Krankenkasse
Versichertennummer und Anschrift. Damit lassen sich Ende der Pflichtversicherung und – beim sozialen Weg – die Pflegekasse klären.
Familie
Gegebenenfalls Heiratsurkunde und Geburtsurkunden deiner Kinder. Partner und Kinder erhalten Beihilfe, und Kinder senken den sozialen Pflegebeitrag ab dem zweiten Kind.
Anwartschaft
Hast du schon eine Anwartschaft abgeschlossen, nimm auch diese Bestätigung mit. Sie ist kein Pflichtnachweis, gehört aber in deine Unterlagen.
Was du außerdem mit deiner bisherigen Krankenkasse regeln musst – Austritt, Anschlussversicherung, Pflegekasse –, beschreibt der Ratgeber Krankenversicherung in der Grundausbildung.
Was die Bundeswehr übernimmt – und was nicht
Viele neue Soldatinnen und Soldaten gehen davon aus, dass die Bundeswehr „alles“ zahlt. Bei der Gesundheit stimmt das weitgehend, bei der Pflege nur zur Hälfte, bei der Familie gar nicht über die truppenärztliche Versorgung:
| Bereich | Was der Bund leistet | Was du selbst absicherst |
|---|---|---|
| Krankheit, Vorsorge, Impfungen | unentgeltliche truppenärztliche Versorgung, mindestens im Umfang der GKV (§ 69a Abs. 3 BBesG) | nichts Pflicht; Heilpraktiker und Maßnahmen ohne Heilbehandlung sind nicht enthalten (§ 69a Abs. 5 BBesG) |
| Pflegebedürftigkeit | Leistungen in derselben Höhe wie die Pflegeversicherung (§ 69a Abs. 6 BBesG) | Pflegeversicherung für die andere Hälfte – Pflicht ab der Ernennung |
| Beitrag zur Pflegeversicherung | keine Übernahme bei Soldaten auf Zeit und Berufssoldaten | du trägst ihn allein (§ 59 Abs. 4 SGB XI) |
| Partner und Kinder | Beihilfe: Partner 70 %, Kinder 80 % (§ 31 Abs. 2 SG, § 46 BBhV) | Restkostentarif oder eigene gesetzliche Versicherung |
| Zeit nach dem Dienst | Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung während der Übergangsgebührnisse (§ 18 SVG) | neue Krankenversicherung – am besten mit Anwartschaft vorbereitet |
Wie die Bundeswehr von deiner Pflegeversicherung erfährt
Neben deinem Nachweis gibt es gesetzliche Meldewege. Für Soldaten auf Zeit, die in der sozialen Pflegeversicherung versichert sind, erstattet der Dienstherr die Meldung an die zuständige Pflegekasse (§ 50 Abs. 2 Nr. 6 SGB XI). Für Heilfürsorgeberechtigte, die weder privat krankenversichert noch Mitglied einer Krankenkasse sind, meldet der Dienstherr an das Bundesamt für Soziale Sicherung (§ 51 Abs. 2 SGB XI). Private Versicherer melden ihrerseits, wenn ein Vertrag gekündigt wird, ohne dass ein neuer nachgewiesen ist (§ 51 Abs. 3 SGB XI).
In der sozialen Pflegeversicherung kannst du als Soldat/in auf Zeit die Pflegekasse wählen – etwa die Pflegekasse deiner bisherigen Krankenkasse, die AOK deines Wohnorts oder eine Ersatzkasse (§ 48 Abs. 3 SGB XI). Der Beitragssatz ist bei allen Pflegekassen gleich, denn er gilt bundeseinheitlich (§ 55 Abs. 1 SGB XI). Die Unterschiede zwischen sozial und privat zeigt der Ratgeber gesetzliche Pflegeversicherung für Soldaten.
Pflegepflichtversicherung bei der Bundeswehr nach Status
Nicht jeder, der bei der Bundeswehr anfängt, wird Soldat/in auf Zeit. Für die Pflegeversicherung macht der Status den entscheidenden Unterschied:
- Freiwilliger Wehrdienst (6 bis 11 Monate, § 58b SG): Deine bisherige Mitgliedschaft in Kranken- und Pflegekasse läuft weiter, die Beiträge trägt der Bund (§§ 193, 251 SGB V). Einen Kinderlosenzuschlag zahlen Wehrdienstleistende nicht (§ 55 Abs. 3 SGB XI). Mehr dazu im Ratgeber Pflegeversicherung im freiwilligen Wehrdienst.
- Soldat/in auf Zeit: eigene Pflegepflicht ab der Ernennung, sozial mit halbem Beitragssatz oder privat. Wer sich im neuen Wehrdienst für 12 Monate oder länger verpflichtet, wird Soldat/in auf Zeit (Bundeswehr). Einzelheiten im Ratgeber Pflegeversicherung für SaZ.
- Offizier- und Unteroffizieranwärter: Sie sind Soldaten auf Zeit – die Pflicht gilt ab dem ersten Tag, auch während eines Studiums an einer Universität der Bundeswehr.
- Berufssoldat/in: Pflegepflicht im Dienst und Pflegeschutz im Ruhestand mit Beihilfe; Einzelheiten im Ratgeber zur Pflegeversicherung für Berufssoldaten.
Drei typische Situationen beim Dienstantritt
Die Pflegepflicht ist für alle gleich, die Ausgangslage nicht. Diese drei Ausgangslagen sind beim Dienstantritt typisch:
Direkt nach der Schule
Bisher über die Eltern familienversichert. Die Familienversicherung endet, weil du als Soldat/in auf Zeit versicherungsfrei wirst und eigenes Einkommen hast. Du brauchst eine eigene Pflegeversicherung ab der Ernennung – und hast mit jungem Eintrittsalter die günstigsten privaten Beiträge.
Nach Ausbildung oder Job
Bisher pflichtversichert als Arbeitnehmer/in. Die Pflichtversicherung endet mit dem Wechsel zur Bundeswehr. Deine Krankenkasse meldet sich mit einem Hinweis zur Anschlussversicherung – dann erklärst du den Austritt und weist die truppenärztliche Versorgung nach, sofern du nicht freiwillig Mitglied bleiben willst (§ 188 Abs. 4 SGB V).
Bisher privat versichert
Etwa als Kind von Beamten oder als Student/in in der PKV. Den Krankenversicherungsvertrag kannst du bei dauerhafter Heilfürsorge binnen drei Monaten rückwirkend kündigen (§ 205 Abs. 2 VVG) – oder als Anwartschaft fortführen (§ 204 Abs. 5 VVG) und so deinen heutigen Gesundheitszustand sichern.
In allen drei Fällen gilt: Der Nachweis der Pflegeversicherung gehört zum Dienstantritt. Und in allen drei Fällen lohnt der Blick auf die Zeit danach, solange die Öffnungsaktion läuft.
Dein Vorteil: die Pflegepflicht mit der Anwartschaft verbinden
Der Dienstantritt ist der beste Zeitpunkt, auch an die Zeit danach zu denken. Über die Öffnungsaktion nehmen die teilnehmenden privaten Krankenversicherer Zeit- und Berufssoldaten innerhalb von sechs Monaten ab Beginn der truppenärztlichen Versorgung in eine Anwartschaft auf – ohne Ablehnung aus Risikogründen, ohne Leistungsausschlüsse, mit höchstens 30 % Risikozuschlag. In der Pflegeversicherung wird bei Aufnahme über die Öffnungsaktion laut PKV-Verband kein gesundheitsabhängiger Risikozuschlag erhoben (Stand Januar 2026).
Nach dem Dienst wandelst du die Anwartschaft ohne neue Gesundheitsprüfung in eine private Krankenversicherung um – etwa als Beamtin oder Beamter, als Selbstständige/r, als Angestellte/r über der Versicherungspflichtgrenze oder als Berufssoldat/in mit Beihilfe im Ruhestand. Was das bis zum Dienstzeitende kostet, zeigt der Anwartschafts-Rechner; deine Fristen mit Datum berechnet der kostenlose Soldaten-KV-Check.
Häufige Fragen
Brauche ich bei der Bundeswehr eine Pflegepflichtversicherung?
Ja, als Soldat/in auf Zeit oder Berufssoldat/in. Die truppenärztliche Versorgung übernimmt bei Pflegebedürftigkeit nur die Hälfte (§ 69a Abs. 6 BBesG); die andere Hälfte sicherst du sozial über eine Pflegekasse oder privat ab (§§ 21, 23 SGB XI). Im freiwilligen Wehrdienst von 6 bis 11 Monaten läuft deine bisherige Pflegeversicherung weiter.
Was muss ich zum Dienstantritt für die Pflegeversicherung mitbringen?
Laut Merkblatt zum Dienstantritt die Versichertennummer und die Anschrift deiner bisherigen Krankenkasse sowie gegebenenfalls Nachweise zu einer bestehenden Pflegeversicherung. Am einfachsten ist eine Versicherungsbestätigung mit Beginn am Tag der Ernennung.
Zahlt die Bundeswehr meine Pflegeversicherung?
Nein, als Soldat/in auf Zeit oder Berufssoldat/in zahlst du den Beitrag selbst (§ 59 Abs. 4 SGB XI). Der Bund übernimmt aber im Pflegefall die Hälfte der Leistungen (§ 69a Abs. 6 BBesG) – deshalb zahlst du sozial nur den halben Beitragssatz. Im freiwilligen Wehrdienst trägt der Bund die Beiträge zur bisherigen Kasse.
Empfiehlt die Bundeswehr eine bestimmte Pflegeversicherung?
Nein. Das Merkblatt zum Dienstantritt nennt keinen Versicherer, es verlangt nur den Abschluss und den Nachweis. Welche Variante zu dir passt, hängt von Bezügen, Alter, Familie und deinem Weg nach der Dienstzeit ab.
Was passiert mit meiner Krankenkasse, wenn ich zur Bundeswehr gehe?
Als Soldat/in auf Zeit endet die Pflichtversicherung, weil du versicherungsfrei wirst (§ 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V). Die Kasse kann aber deine Pflegekasse bleiben, wenn du den sozialen Weg wählst. Im freiwilligen Wehrdienst bleibst du Mitglied, und der Bund zahlt die Beiträge.
Quellen
- Bundeswehr: Merkblatt zum Dienstantritt für Offizieranwärterinnen und Offizieranwärter (Crew 26) – abgerufen 18.10.2026
- § 69a BBesG – Truppenärztliche Versorgung – abgerufen 18.10.2026
- § 59 SGB XI – Beitragstragung (Abs. 4: Soldaten auf Zeit) – abgerufen 18.10.2026
- § 50 SGB XI – Melde- und Auskunftspflichten – abgerufen 18.10.2026
- § 51 SGB XI – Meldungen bei Mitgliedern der privaten Pflegeversicherung – abgerufen 18.10.2026
- § 28 SGB XI – Leistungsarten (Abs. 2: Leistungen zur Hälfte) – abgerufen 18.10.2026
- § 193 SGB V – Fortbestehen der Mitgliedschaft bei Wehrdienst – abgerufen 18.10.2026
- § 251 SGB V – Tragung der Beiträge durch Dritte (Abs. 4: Bund) – abgerufen 18.10.2026
- § 188 SGB V – Beginn der freiwilligen Mitgliedschaft (Abs. 4: Anschlussversicherung) – abgerufen 18.10.2026
- §§ 204, 205 VVG – Anwartschaft, Kündigung bei Heilfürsorge – abgerufen 18.10.2026
- Bundeswehr: Neuer Wehrdienst – Stand 19.12.2025
- Bundeswehr: Personalzahlen der Bundeswehr – Stichtag 31.08.2026
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Kranken- und Pflegeversicherung von Soldatinnen und Soldaten (truppenärztliche Versorgung, Pflegepflicht, Anwartschaft, Beihilfe, Dienstzeitende) (Stand: 18. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu dir passt, hängt von deiner persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Informationsportal – kein Angebot der Bundeswehr oder des BMVg; verbindlich entscheiden Pflegekasse, Krankenkasse, Beihilfestelle und die zuständigen Stellen der Bundeswehr. Herausgeber: Soldaten-PKV.de. Soldaten-PKV.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.