Ratgeber

Anwartschaft für Soldaten: warum der Dienstbeginn über deine PKV-Zukunft entscheidet

Im Dienst brauchst du keine Krankenversicherung – und genau deshalb denkt kaum jemand an die Zeit danach. Die Anwartschaft friert deinen heutigen Gesundheitszustand ein und öffnet dir nach dem Dienst die Tür in die private Krankenversicherung, ohne neue Gesundheitsprüfung. Am günstigsten bekommst du sie zu Dienstbeginn.

Redaktion Soldaten-PKV.de Aktualisiert am 18. Oktober 2026 10 Min. Lesezeit
Inhalt (9 Abschnitte)
  1. Anwartschaft für Soldaten: was sie ist und was sie sichert
  2. Warum der Dienstbeginn zählt: sechs Monate Öffnungsaktion
  3. Kleine oder große Anwartschaft – die beiden Varianten
  4. Was die Anwartschaft für Soldaten kostet
  5. Für wen sich die Anwartschaft lohnt – nach Status
  6. Anwartschaft und Pflegepflicht: das Paket zum Dienstbeginn
  7. Die Familie: Anwartschaft als Eintrittskarte
  8. Was beim Dienstzeitende oder im Ruhestand passiert
  9. Drei Fehler vermeiden – und die Checkliste für Soldaten
Das Wichtigste in Kürze
  • Soldaten auf Zeit und Berufssoldaten erhalten im Dienst unentgeltliche truppenärztliche Versorgung (§ 69a BBesG); die Anwartschaft sichert ihnen für die Zeit danach den Zugang zur PKV ohne neue Gesundheitsprüfung.
  • Über die Öffnungsaktion der PKV gibt es die Anwartschaft innerhalb von sechs Monaten ab Beginn der truppenärztlichen Versorgung ohne Ablehnung aus Risikogründen, ohne Leistungsausschlüsse und mit höchstens 30 % Zuschlag (PKV-Verband, Stand Januar 2026).
  • Die kleine Anwartschaft kostet je nach Versicherer ab rund 1 € im Monat oder etwa 3 bis 10 % des späteren Tarifbeitrags; die große, die zusätzlich das Eintrittsalter sichert, laut Versicherern etwa 26 bis 46 %.
  • Angehörige können die Öffnungsaktion nur nutzen, wenn der Soldat selbst privat versichert ist oder eine Anwartschaft hat – aufgenommen werden sie bei demselben Versicherer.
  • Pflicht ist die Anwartschaft nicht; Pflicht ist die Pflegeversicherung ab der Ernennung. Beides lässt sich zu Dienstbeginn als Paket abschließen.

Eine Anwartschaft sichert Soldaten auf Zeit und Berufssoldaten den späteren Wechsel in die private Krankenversicherung ohne neue Gesundheitsprüfung – die kleine friert den Gesundheitszustand ein, die große zusätzlich das Eintrittsalter. Zu erleichterten Bedingungen gibt es sie über die Öffnungsaktion nur innerhalb von sechs Monaten ab Beginn der truppenärztlichen Versorgung; Versicherer werben für Soldaten mit Beiträgen ab rund 1 € im Monat (Stand Oktober 2026).

Anwartschaft für Soldaten: was sie ist und was sie sichert

Als Soldat/in auf Zeit oder Berufssoldat/in bist du in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungsfrei und erhältst Heilfürsorge in Form der unentgeltlichen truppenärztlichen Versorgung – solange du Anspruch auf Besoldung hast (§ 69a Abs. 1 BBesG). Im Dienst brauchst du also keine Krankenversicherung. Mit dem Dienstzeitende oder dem Ruhestand endet diese Versorgung aber. Dann brauchst du einen eigenen Schutz – und wer dann in die PKV möchte, stellt einen Antrag mit Gesundheitsfragen.

Genau hier setzt die Anwartschaft (auch Anwartschaftsversicherung genannt) an. Sie ist ein Vertrag mit einem privaten Krankenversicherer, der heute geschlossen wird und dir ein Recht für später sichert: den Wechsel in einen PKV-Tarif zu den Bedingungen von heute. Krankheiten, die während deiner Dienstzeit neu auftreten, ändern daran nichts mehr. Im Dienst selbst zahlt die Anwartschaft keine Arztrechnungen – sie ist eine Option auf deine PKV-Zukunft, kein laufender Krankenschutz.

Gesundheitszustand eingefroren

Nach dem Dienst gibt es beim Wechsel in den vereinbarten Tarif keine neue Gesundheitsprüfung – auch nach vier, acht oder zwölf Jahren Dienst.

Tür für die Familie

Partner und Kinder können die Öffnungsaktion nur nutzen, wenn du selbst eine Anwartschaft hast (PKV-Verband, 01/2026).

Alle Wege offen

Beamtenlaufbahn, Selbstständigkeit, Job über der Versicherungspflichtgrenze, Ruhestand als Berufssoldat/in – die Anwartschaft passt zu jedem Weg in die PKV.

Wie hoch der Beitrag für deinen Fall ausfällt, rechnet der Anwartschafts-Rechner bis zu deinem Dienstzeitende durch.

Warum der Dienstbeginn zählt: sechs Monate Öffnungsaktion

Die Öffnungsaktion ist eine freiwillige Selbstverpflichtung vieler privater Krankenversicherer, über die der PKV-Verband informiert. Für Zeitsoldaten und Berufssoldaten – Berufssoldaten nur, wenn kein Dienstverhältnis als Zeitsoldat vorausgegangen ist – gilt sie ausschließlich als Anwartschaft für eine beihilfekonforme Restkostenversicherung. Der Antrag muss innerhalb von sechs Monaten ab Begründung des Anspruchs auf truppenärztliche Versorgung beim Versicherer eingehen, „nicht erst nach Ende der aktiven Dienstzeit“ (PKV-Verband, Stand Januar 2026).

In den ersten sechs Monaten

  • Niemand wird aus Risikogründen abgelehnt.
  • Keine Leistungsausschlüsse.
  • Risikozuschläge höchstens 30 % des Tarifbeitrags.
  • In der Pflegepflichtversicherung laut PKV-Verband kein gesundheitsabhängiger Zuschlag bei Aufnahme über die Öffnungsaktion (Stand Januar 2026).

Danach – das klärt der Experte

  • Anwartschaft weiter möglich, aber mit normaler Gesundheitsprüfung.
  • Vorab klärt eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern, wo du gute Bedingungen bekommst.
  • Nach dem Dienstzeitende ist eine Aufnahme über die Öffnungsaktion nicht mehr möglich.

Vorsichtig gerechnet endet das Zeitfenster einen Tag vor dem gleichen Kalendertag sechs Monate später: Bei einer Ernennung am 01.10.2026 also am 31.03.2027, bei einer Ernennung am 01.01.2027 am 30.06.2027. Alle Regeln, Beispiele und Sonderfälle stehen im Ratgeber Öffnungsaktion für Soldaten. Wer die Frist verpasst hat, ist nicht aus dem Rennen: Für junge Soldatinnen und Soldaten ist eine Anwartschaft mit Gesundheitsprüfung oft problemlos – wie anonyme Anfragen ablaufen, erklärt der Ratgeber zur anonymen Risikovoranfrage.

Kleine oder große Anwartschaft – die beiden Varianten

Versicherer bieten die Anwartschaft in zwei Stufen an. Beide sichern deinen Gesundheitszustand. Der Unterschied liegt im Eintrittsalter und damit im späteren Beitrag:

Kleine und große Anwartschaft im Vergleich; Quellen: DKV-Infoblatt, HUK-COBURG-Bedingungen AP0 0708U/0709U, Continentale (Soldatenseite), PKV-Verband; Stand 18.10.2026.
MerkmalKleine AnwartschaftGroße Anwartschaft
Gesundheitszustandgesichertgesichert
Eintrittsalternicht gesichert – Beitrag nach dem Alter beim Wechselgesichert – Beitrag nach dem Alter bei Abschluss
Alterungsrückstellungenwerden nicht aufgebautwerden aufgebaut
Beitrag heutegering (Festbetrag ab rund 1 € oder 3–10 %)deutlich höher (etwa 26–46 %)
Beitrag späterhöher, weil älter beim Einstiegniedriger, weil jung „eingestiegen“
passt eher, wenn …der Weg nach dem Dienst offen istder Weg in die PKV feststeht und lange entfernt liegt

Für die meisten Zeitsoldaten ist die kleine Anwartschaft der sinnvolle Einstieg, weil sie für wenige Euro alle Optionen offenhält. Berufssoldaten mit Blick auf Jahrzehnte bis zum Ruhestand rechnen oft die große durch. Wie du die Varianten gegeneinander abwägst – mit Rechenbeispiel –, zeigt der Ratgeber kleine oder große Anwartschaft für Soldaten.

Was die Anwartschaft für Soldaten kostet

Veröffentlichte Preise gibt es vor allem für die kleine Anwartschaft. Manche Versicherer nennen für Soldaten und Heilfürsorgeberechtigte Festbeträge, andere einen Prozentsatz des Tarifs, in den du später wechselst (Zieltarif):

Veröffentlichte Kostenangaben zur Anwartschaft (Versichererangaben, keine Angebote); Abruf 18.10.2026 bzw. 10.10.2026; Stand 18.10.2026.
ModellBeispieleQuelle
Festbetrag (kleine Anwartschaft)ab 0,95 € im Monat inklusive Optionstarif für Zeit- und Berufssoldaten; Ehegatten und Kinder ab 0,35 €Continentale, Soldatenseite
Festbetrag (kleine Anwartschaft)1 € im MonatDebeka, Website
Prozent des Zieltarifs (klein)5 % (DKV, HUK-COBURG); 5–10 % (Allianz); etwa 3 % (Signal Iduna)Infoblätter, Bedingungen, Websites
Prozent des Zieltarifs (groß)im Mittel 30–45 % (Allianz); 26–46 % je nach Tarif (Signal Iduna)Websites der Versicherer

Ein Rechenbeispiel mit dem Durchschnittsbeitrag der PKV von rund 617 € im Monat (PKV-Verband) als Platzhalter: Die kleine Anwartschaft mit 5 % kostet 30,85 € im Monat, über vier Jahre 1.480,80 €; die große mit 30 % kostet 185,10 € im Monat, über vier Jahre 8.884,80 €. Wer später einen Restkostentarif als Beamtin oder Beamter oder als Berufssoldat/in im Ruhestand braucht, hat einen deutlich niedrigeren Zieltarif – entsprechend günstiger wird auch die Anwartschaft. Eine Besonderheit für Mitglieder des Deutschen BundeswehrVerbands: Laut dessen Mitgliedsantrag (Stand 08/2026) können Zeitsoldaten „unter bestimmten Voraussetzungen“ eine kleine Anwartschaft für ein Jahr kostenfrei erhalten. Welche Versicherer welche Bedingungen bieten, vergleicht der Ratgeber Anwartschaft für Soldaten: Anbieter beschreibend.

Für wen sich die Anwartschaft lohnt – nach Status

Der PKV-Verband hält die Anwartschaft auch für Zeitsoldaten für sinnvoll, obwohl sie seit dem 01.01.2019 nach dem Dienst der GKV freiwillig beitreten können – nämlich immer dann, wenn eine private Krankenversicherung danach infrage kommt. Ein Blick auf die typischen Lagen:

Soldat/in auf Zeit

Nach dem Dienst führt der Weg in die PKV etwa über die Beamtenlaufbahn, eine Selbstständigkeit, einen Job über der Versicherungspflichtgrenze (2026: 77.400 €, 2027 laut Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026 84.150 €) oder die Übernahme als Berufssoldat/in. Die kleine Anwartschaft hält diese Wege offen.

Berufssoldat/in

Im Ruhestand gibt es 70 % Beihilfe, 30 % versicherst du privat (§ 46 Abs. 2 BBhV). Mit Anwartschaft startet der Restkostentarif ohne neue Prüfung; die große sichert das junge Eintrittsalter.

Freiwilliger Wehrdienst

Im Wehrdienst von 6 bis 11 Monaten läuft deine Krankenkasse weiter. Die Öffnungsaktion gilt hier nicht; manche Versicherer bieten eine Option, etwa für den späteren Wechsel zum Zeitsoldaten.

Partner und Kinder

Sie erhalten Beihilfe des Bundes (Partner 70 %, Kinder 80 %). Über deine Anwartschaft kommen sie bei demselben Versicherer zu den Bedingungen der Öffnungsaktion in einen Restkostentarif.

Ob die Anwartschaft für dich rechtlich vorgeschrieben ist, beantwortet der Ratgeber Anwartschaft für Soldaten: Pflicht? – kurz: nein, aber sie entscheidet über deine Bedingungen nach dem Dienst.

Anwartschaft und Pflegepflicht: das Paket zum Dienstbeginn

Pflicht ist ab der Ernennung die Pflegeversicherung: Die truppenärztliche Versorgung leistet bei Pflege nur ergänzend die Hälfte (§ 69a Abs. 6 BBesG). Du bist entweder sozial pflegeversichert – mit halbem Beitragssatz von 1,8 %, kinderlos ab 23 Jahren 2,4 % deiner Einnahmen (2026) – oder privat in einer Pflegepflichtversicherung. Privat liegt der Beitrag laut veröffentlichten Beispielen für Eintrittsalter 18 bis 27 bei rund 31 bis 39 € im Monat, unabhängig von deinen Bezügen.

Pflegepflicht: sozial gegen privat pro Monat

Soziale Pflegeversicherung mit halbem Beitragssatz auf die Bezüge – gegen den Mittelwert veröffentlichter Beispiele für eine private Pflegepflichtversicherung (Eintrittsalter 18 bis 27)

0 €25 €50 €75 €100 €4935unter 23, 2.700 €6535ab 23, kinderlos, 2.700 €8435ab 23, kinderlos, 3.500 €
Sozial (halber Satz)Privat, Beispiel-Mittelwert

Eigene Berechnung 2026: 1,8 % bzw. 2,4 % der Bezüge (§§ 28, 55, 57 SGB XI; Mobil Krankenkasse). Privat: Mittelwert der Spanne 31–39 € (DBV „ab 33 €“, Allianz 35,27 € mit 19 und 38,40 € mit 27 Jahren, covago 31–35 € mit 18 Jahren). Beispiel, kein Angebot.

Viele Soldatinnen und Soldaten schließen deshalb zu Dienstbeginn Pflegepflichtversicherung und kleine Anwartschaft beim selben Versicherer ab: einkommensunabhängiger Pflegebeitrag plus gesicherter Zugang zur PKV, zusammen oft ab rund 32 € im Monat. Wird der Vertrag über die Öffnungsaktion geschlossen, gibt es in der Pflegeversicherung keinen gesundheitsabhängigen Risikozuschlag. Alles zur Pflicht, zum Nachweis und zur Wahl zwischen sozial und privat erklärt der Ratgeber Pflegeversicherung für Soldaten.

Die Familie: Anwartschaft als Eintrittskarte

Dein Partner oder deine Partnerin und deine Kinder erhalten keine truppenärztliche Versorgung, sondern Beihilfe nach der Bundesbeihilfeverordnung: Partner 70 %, wenn die Einkünfte im zweiten Jahr vor dem Antrag 22.648 € (Anträge 2026) bzw. 23.608 € (ab 2027) nicht übersteigen, Kinder 80 % (§ 46 BBhV). Den Rest decken sie mit einem Restkostentarif. Für sie gilt die Öffnungsaktion mit eigenen Sechs-Monats-Fristen, etwa ab der Heirat oder der Geburt – aber nur, wenn du selbst privat versichert bist oder eine Anwartschaft hast. Aufgenommen werden sie dann bei dem Versicherer, bei dem deine Anwartschaft besteht (PKV-Verband).

Für Neugeborene gilt zusätzlich die Kindernachversicherung: Wird das Kind spätestens zwei Monate nach der Geburt rückwirkend angemeldet, darf der Versicherer weder Gesundheitsprüfung noch Wartezeit verlangen – vorausgesetzt, ein Elternteil ist dort versichert (§ 198 Abs. 1 VVG). Ob eine Anwartschaft dafür genügt, regeln die Bedingungen des Versicherers; der Partner-Experte prüft das vor dem Abschluss. Den Beihilfesatz und die Restkosten deiner Familie zeigt der Familien-Rechner.

Was beim Dienstzeitende oder im Ruhestand passiert

Steht das Ende der truppenärztlichen Versorgung fest, wird die Anwartschaft aktiviert – also in den Volltarif oder den Restkostentarif umgestellt. Den Ablauf solltest du früh planen:

1 · Weg festlegen

Beamtenlaufbahn (Beihilfe plus Restkosten), Selbstständigkeit oder Job über der Versicherungspflichtgrenze (Vollversicherung) oder Ruhestand als Berufssoldat/in (30-%-Tarif).

2 · Bedingungen lesen

In welche Tarife darf die Anwartschaft umgestellt werden? Viele Versicherer verlangen, den Wegfall des Anwartschaftsgrunds innerhalb von zwei Monaten anzuzeigen.

3 · Umstellung beantragen

Rechtzeitig vor dem letzten Diensttag, damit der neue Schutz ohne Lücke am Folgetag beginnt.

4 · Zuschuss sichern

Als Soldat/in auf Zeit gibt es während der Übergangsgebührnisse einen Zuschuss auch zur PKV – höchstens die Hälfte des Beitrags (§ 18 SVG).

Wichtig für Soldaten auf Zeit: Wer ab dem 31.12.2018 ausgeschieden ist, erhält nach dem Dienst keine Beihilfe. Die Anwartschaft führt dann in eine private Vollversicherung – oder, mit der Ernennung zur Beamtin oder zum Beamten, in einen Restkostentarif. Wie der Wechsel mit Zuschuss funktioniert, erklärt der Ratgeber private Krankenversicherung nach der Bundeswehr. Anwartschaften gibt es übrigens auch in anderen Lebenslagen, etwa bei einem Auslandsaufenthalt oder vorübergehender GKV-Pflicht – den allgemeinen Überblick gibt KV-Statuswechsel.de zur Anwartschaft in anderen Lebenslagen.

Drei Fehler vermeiden – und die Checkliste für Soldaten

Die sechs Monate verstreichen lassen

Die erleichterten Bedingungen gibt es nur zu Dienstbeginn. Wer erst kurz vor dem Dienstzeitende an die PKV denkt, stellt einen normalen Antrag.

Die Familie nicht mitdenken

Ohne deine Anwartschaft verlieren Partner und Kinder den Zugang über die Öffnungsaktion. Notiere die Fristen ab Heirat und Geburt.

Die Umstellungsrechte nicht prüfen

Nicht jede Anwartschaft erlaubt den Wechsel in jeden Tarif. Lass dir vor dem Abschluss zeigen, welche Wege – Restkosten, Vollversicherung, GKV-Zusatz – der Vertrag abdeckt.

Checkliste: Anwartschaft für Soldaten

  • Datum deiner Ernennung notieren und sechs Monate rechnen – der Antrag muss in dieser Zeit beim Versicherer sein.
  • Kleine oder große Anwartschaft wählen: offener Weg eher klein, sicherer PKV-Weg mit langem Abstand eher groß.
  • Pflegepflichtversicherung und Anwartschaft möglichst beim selben Versicherer abschließen.
  • Umstellungsrechte und Anzeigefristen im Vertrag prüfen lassen.
  • Familie: Fristen ab Heirat und Geburt eintragen, Kindernachversicherung binnen zwei Monaten.
  • Vor dem Dienstzeitende: Umstellung beantragen und den Zuschuss nach § 18 SVG klären.

Die vertiefenden Ratgeber zur Anwartschaft im Überblick:

Deine persönliche Frist, deinen Pflegebeitrag und den passenden Weg zeigt der kostenlose Soldaten-KV-Check in 60 Sekunden – ohne Gesundheitsfragen.

Häufige Fragen

Was ist eine Anwartschaft für Soldaten?

Ein Vertrag mit einem privaten Krankenversicherer, der dir das Recht sichert, nach dem Dienst ohne neue Gesundheitsprüfung in einen PKV-Tarif zu wechseln. Die kleine Anwartschaft friert den Gesundheitszustand ein, die große zusätzlich das Eintrittsalter. Im Dienst selbst leistet sie nichts – dafür sorgt die truppenärztliche Versorgung.

Lohnt sich eine Anwartschaft als Soldat auf Zeit?

Für viele ja – vor allem, wenn nach dem Dienst eine private Krankenversicherung infrage kommt: als Beamtin oder Beamter, als Selbstständige/r, als Angestellte/r über der Versicherungspflichtgrenze oder bei Übernahme als Berufssoldat/in. Diese Fälle nennt auch der PKV-Verband. Die kleine Anwartschaft kostet oft nur wenige Euro im Monat.

Bis wann muss ich als Soldat die Anwartschaft abschließen?

Zu den erleichterten Bedingungen der Öffnungsaktion innerhalb von sechs Monaten ab Beginn der truppenärztlichen Versorgung, also meist ab der Ernennung. Maßgeblich ist der Eingang des Antrags beim Versicherer. Später geht es nur noch mit normaler Gesundheitsprüfung; nach dem Dienstzeitende ist eine Aufnahme über die Öffnungsaktion nicht mehr möglich.

Brauchen Berufssoldaten eine Anwartschaft?

Berufssoldaten erhalten im Ruhestand 70 % Beihilfe und versichern die restlichen 30 % privat (§ 46 BBhV). Mit einer Anwartschaft aus den ersten Dienstjahren gelingt der Wechsel in den Restkostentarif ohne neue Gesundheitsprüfung; eine große Anwartschaft sichert zusätzlich das junge Eintrittsalter.

Was kostet eine Anwartschaft bei der Bundeswehr?

Für Soldaten werben Versicherer mit Festbeträgen ab 0,95 € (Continentale, inklusive Optionstarif) bzw. 1 € im Monat (Debeka). Andere rechnen mit 3 bis 10 % des späteren Tarifbeitrags für die kleine und 26 bis 46 % für die große Anwartschaft. Den genauen Betrag für deinen Wunschtarif fragt ein Partner-Experte ab.

Quellen

  1. PKV-Verband: Erleichterte Aufnahme in die Private Krankenversicherung für Beamte und deren Angehörige (Öffnungsaktionen) – Stand Januar 2026
  2. § 69a BBesG – Truppenärztliche Versorgung – abgerufen 18.10.2026
  3. § 204 VVG – Tarifwechsel, Anwartschaftsversicherung – abgerufen 18.10.2026
  4. § 198 VVG – Kindernachversicherung – abgerufen 18.10.2026
  5. § 110 SGB XI – Pflegepflichtversicherung – abgerufen 18.10.2026
  6. § 46 BBhV – Bemessung der Beihilfe – abgerufen 18.10.2026
  7. Continentale Soldatenversicherung: Anwartschaftsversicherung für Soldaten (Versichererangabe) – abgerufen 18.10.2026
  8. Debeka: Anwartschaftsversicherung (Versichererangabe) – abgerufen 18.10.2026
  9. Allianz: Anwartschaftsversicherung in der PKV (Versichererangabe) – abgerufen 10.10.2026
  10. DKV: Information zur Anwartschaftsversicherung (Versichererangabe, PDF) – abgerufen 10.10.2026
  11. Deutscher BundeswehrVerband: Mitgliedsantrag mit Hinweis zur Anwartschaft – Stand 08/2026
Redaktion Soldaten-PKV.de

Unsere Beiträge stützen sich auf Gesetze, Angaben von Behörden und Verbänden sowie veröffentlichte Unterlagen der Versicherer – jeweils mit Stand. So arbeiten wir.

Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Kranken- und Pflegeversicherung von Soldatinnen und Soldaten (truppenärztliche Versorgung, Pflegepflicht, Anwartschaft, Beihilfe, Dienstzeitende) (Stand: 18. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu dir passt, hängt von deiner persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Informationsportal – kein Angebot der Bundeswehr oder des BMVg; verbindlich entscheiden Pflegekasse, Krankenkasse, Beihilfestelle und die zuständigen Stellen der Bundeswehr. Herausgeber: Soldaten-PKV.de. Soldaten-PKV.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.

Truppenärztlich versorgt – und dann? Kenn deine Fristen.

Pflegepflicht ab der Ernennung, sechs Monate für die Anwartschaft, drei Monate nach dem Dienstzeitende: Der Soldaten-KV-Check rechnet dir deine Termine aus und zeigt deine Vorteile mit der PKV.

Soldaten-KV-Check starten
Kostenlos · ohne Gesundheitsfragen · in 60 Sekunden
Deinen Soldaten-Fahrplan in 60 Sekunden